Hydrophile Interaktionschromatographie (HILIC)

Alternative zur Trennung hoch polarer Verbindungen

Neben der gängigen Einteilung der Phasen in NP- bzw. RP-Materialien existieren Varianten zu diesen Techniken. Hierzu gehört die Hydrophile Interaktionschromatographie (HILIC).

In der HLIC Chromatographie werden analog zur NP Selektivität polare stationäre Phasen verwendet, aber mit Puffersystemen die identisch zur RP Chromatographie sind, das heisst wässrige Puffersysteme mit organischem Modifier, bevorzugt Acetonitril.

Im Gegensatz zur RP-Chromatographie ist jedoch in der HILIC Chromatographie Wasser das stärkste Elutionsmittel. Das heisst Gradienten beginnen typischerweise mit einem hohen Acetonitril-Anteil (> 70%) und enden mit einem hohen Wasser/Puffer-Anteil in der mobilen Phase.

Daher wird diese Technik teilweise auch inverse RP Chromatographie genannt. Eine HILIC Säule eignet sich zur Trennung polarer Substanzen während eine RP Säule zur Trennung hydrophober Substanzen eingesetzt wird.

Die HILIC Methode fand bereits in der Vergangenheit Anwendung für die Trennung von Kohlenhydraten. Seitdem hat sie sich als eine äußerst interessante Alternative für die Trennung von allen polaren und hydrophilen Verbindungen unabhängig von Ladung und Molekülgröße etabliert. Die Trennung geschieht lediglich über polare funktionelle Gruppen und nicht nach Molekularen Grösse. 
ZIC®-Struktur
Funktionelle Gruppe, welche kovalent auf dem Silica-Material gebunden ist

Stationäre Phase und Trennprinzip

In der HILIC können grundsätzlich verschiedene polare Materialien als stationäre Phase verwendet werden. Die Selektivität dieser polaren Materialien und damit verbunden ihre Routinetauglichkeit können sich jedoch deutlich unterscheiden.

Das Trennprinzip beruht auf der Etablierung einer Wasser bzw. Pufferschicht auf der jeweiligen stationären Phase und einer Verteilungschromatographie der zu trennenden Substanzen zwischen der extrem polaren Phase und der unpolareren mobilen Phase. Dabei werden polare Verbindungen aller Art aufgrund der Migration in die polare stationäre Phase retardiert, wie z.B. Uracil das als Totzeitmarker in der RP Chromatographie verwendet wird, während unpolare Verbindungen wie z.B. Toluol keinerlei Retention erfahren und hier als Totzeitmarker für die HILIC dienen können. Somit wirkt HILIC orthogonal zur RP-Chromatographie. Eine Kombination der beiden Methoden ermöglicht neue Trennmöglichkeiten.

Aufgrund dieser Wirkungsweise können mit HILIC polare Trennprobleme gelöst werden, welche bis dato die RP-Chromatographie vor unlösbare Aufgaben gestellt haben.

Geeignet zur Trennung von:

Geeignet für:

Nucleotiden, Aminosäuren, Aminen, Phenolen, Säuren, Peptiden, Kohlenhydraten, glukoronierten und glykosilierten Verbindungen, phosphorylierten Analyten, Flavonoiden etc. Trennungen bei hohem pH Bereich
Basis-Material: Silica
Funktionelle Gruppe: Sulfobetain
Porengröße: 100 Å, 200 Å
Partikelgröße: 3.5, 5, 10, 16, 50 µm
pH-Stabilität: 3 - 8
Basis-Material: Polymer
Funktionelle Gruppe: Sulfobetain
Porengröße: 200 Å
Partikelgröße: 5 µm
pH-Stabilität: 1 - 12
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